„Grüne Karte“ im Fussball

Der italienische Fussballverband führt die „Grüne Karte“ ein.  Diese Karte kann der Schiedsrichter zukünftig Spielern zeigen, die sich besonders fair verhalten haben: zum Beispiel einem verletzten Gegenspieler geholfen oder von sich aus zugeben, wenn der Ball im Aus war oder es kein Foul gewesen ist.

Ein spannendes Beispiel dafür, nicht nur unfaires Verhalten zu sanktionieren, sondern positiv faires Verhalten zu belohnen. Dieses Prinzip lässt sich auf viele Bereiche übertragen. Ich freue mich auf Kommentare und Anregungen hierzu.

 

 

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Reicht „Werteorientierung“ aus?

weg

Menschen sind niemals „werte-los“, d.h. jeder Mensch „hat„ Werte.
Unser Kommunikations- und Führungsverhalten wird u.a. stark geprägt durch die Werte, die uns wichtig sind. Dieser Prozess ist uns häufig gar nicht so bewusst. Insofern ist die bewusste Auseinandersetzung mit unseren persönlichen Werten eine wichtige Grundlage.
Es ergibt sich allerdings die Notwendigkeit, genauer hinzuschauen. „Werteorientierung“ allein reicht nicht aus: Werteorientierung findet nämlich immer statt! Auch wenn wir uns anschreien, belügen, austricksen, sind es Werte, die uns (im Hintergrund) antreiben … Unser Verhalten ist immer an Werten orientiert.
Deshalb sind aus meiner Sicht die folgenden Fragen entscheidend:
Von welchen Werten lassen wir uns leiten?
An welchen Werten wollen wir uns orientieren?
Welche Werte sind uns besonders wichtig?
„Werteorientierung“ muss meiner Überzeugung nach mit konkreten Inhalten, auch mit normativen Aussagen ausgefüllt sein. Hier braucht es auch „Bewertungen“.
Das macht angreifbar (da es Subjektivität beinhaltet), vermeidet aber Beliebigkeit und bedeutet Überzeugung.
Aus meiner Sicht fehlt eine gemeinsame Verständigung auf einen definierten „Werte-Kanon“. Werte müssen geklärt und „inhaltlich bestimmt“ werden. Welche Werte sollen Priorität haben? Was sollen diese Werte im konkreten Tun bedeuten?
Natürlich habe ich mich auch selbst intensiv mit der Frage auseinandergesetzt: Was sind denn meine wichtigsten Werte? Welche Qualitäten und Eigenschaften sollen für mich „handlungsleitend“ sein?
Dieser Reflexionsprozess hat seine Zeit gebraucht, ist aber letztlich zu einem klaren Ergebnis gekommen.
Fairness hat sich für mich als ein zentraler Faktor herauskristallisiert.

„Wertekompass“: Unsere Werte als Orientierungshilfe

Was sind Werte? Was verstehen wir unter Werten? Ich habe mich intensiver mit dieser Frage beschäftigt und musste feststellen, dass es keinen wirklichen Konsens gibt, keine allgemeingültige Definition. Deshalb möchte ich hier mein Verständnis darlegen – und natürlich auch zur Diskussion stellen:

Kompass
Unter einem Wert verstehe ich eine bewusste oder unbewusste Überzeugung, Einstellung oder Grundhaltung darüber, welche Eigenschaft oder Qualität von Dingen, Menschen und Verhaltensweisen wir (ein einzelner Mensch oder eine Gruppe von Menschen) als wünschenswert („wertvoll“) empfinden (sollten). Wir erschließen unsere Werte u.a. über die Fragen: Was ist uns wichtig? Wie wollen wir sein?
Wahrnehmbar werden Werte durch Verhalten.
Als „Nutzen“ geben Werte uns Orientierung und sind Maßstab für Verhaltensentscheidungen; sie haben deshalb auch normativen und sinngebenden Charakter und dienen uns als Kompass.

Wie können wir uns in alltäglichen Entscheidungssituationen selbst unterstützen?
Eine Auseinandersetzung mit unseren Werten sichert die passende Entscheidungsgrundlage. Sich der eigenen Werte bewusst zu sein und sich in seinem Handeln nicht von den eigenen Werten zu entfernen, stärkt die Qualität unserer Entscheidungen, unsere Überzeugungskraft und sichert nachhaltige Ergebnisse, hinter denen wir auch wirklich stehen können.
Link zu meinem 1-Tages-Seminar:
http://www.ulrichwiek.de/offene-seminare/wertekompass/

Was ist Fairness?

Wenn ich in diesem Blog Impulse für einen fairen Umgang miteinander geben möchte, dann braucht es natürlich zunächst einmal eine Klarstellung, was ich denn überhaupt unter Fairness verstehe.
Fairness, wie viele andere Werte auch, wird sehr unterschiedlich interpretiert bzw. definiert.
Ich habe bei mir selbst festgestellt, dass es durchaus eine Zeit gebraucht hat, in der ich mir auch unschlüssig war, was genau Fairness für mich bedeutet. Dann haben sich letztlich die Begriffe „innere Haltung/Einstellung“, „eigenes Handeln“, „Rücksichtnahme“ und „Berücksichtigung der Interessen aller Betroffenen“ als wesentlich herauskristallisiert.
Dem folgend lautet mein Fairnessverständnis so:
„Fairness ist eine innere Haltung (Einstellung) sowie das entsprechende eigene Handeln. Eine faire Einstellung und faires Handeln streben nach einer ausbalancierten Rücksichtnahme, d.h. der gerechten Berücksichtigung der Interessen aller Betroffenen.“
Hier werden insbesondere zwei Spannungsfelder deutlich:
1. Fairness zeigt sich nicht nur im Denken sondern letztlich erst im Handeln.
2. Was bedeutet „ausbalanciert“ und „gerecht“ im jeweiligen konkreten Fall?

Einen Aspekt aus der Definition möchte ich an dieser Stelle besonders betonen: …“faires Handeln strebt nach“ …
Fairness, wie alle anderen Werte, lassen sich nicht zu hundert Prozent erreichen, denn Werte stehen häufig in Konflikten zueinander. „Gerechtes Handeln“ wird immer interpretationsfähig sein … und umstritten.
Aus meiner Sicht entscheidend ist aber, sein Handeln überhaupt auf das Kriterium „fair bzw. gerecht“ ausrichten zu wollen. Gerade im wirtschaftlichen Umfeld erscheint mir diese Forderung häufig als „naiv“ wahrgenommen zu werden.
Es ist eine Zielsetzung dieses Blogs, dass das Streben nach Fairness nicht als „Naivität“ wahrgenommen wird sondern als das, was es ist: eine menschliche Verpflichtung und ökonomische Vernunft.