Erschienen im „Projekt Magazin, www.projektmagazin, Ausgabe 04/2017“:

„Fairness – ein Erfolgsfaktor. Wie Sie den fairen Umgang miteinander schon beim Projektstart fördern
Ein fairer Umgang miteinander ist uns Menschen sehr wichtig – das gilt auch für den Projektalltag. Fairness beeinflusst u.a. das Arbeitsklima positiv und steigert unsere Leistungsbereitschaft. Dennoch wird sie als Erfolgsfaktor unterschätzt, oft sogar als Karrierebremse abgetan. Warum das so ist und wie Sie stattdessen eine angenehme und motivierende Atmosphäre im Team fördern, verrät Ihnen Dr. Ulrich Wiek in seinem Beitrag.

Link: http://bit.ly/Leitartikel_Fairness

Bei Interesse an dem Artikel und für Rückmeldungen kommen Sie gerne auf mich zu: info(at)ulrichwiek.de

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Fairness im Führungsalltag: Wie könnte ein fairer Umgang mit „Unpünktlichkeit bei Besprechungen“ aussehen?

Vor einigen Tagen hat mir ein Teamleiter berichtet, dass in seinem Team die Besprechungskultur ziemlich „mies“ sei. Fehlende Pünktlichkeit sei ein Hauptübel, es wäre auch schon verschiedentlich angesprochen worden, aber ohne nachhaltigen Erfolg.

Ich habe mit ihm die Situation besprochen und vorgeschlagen, das Thema einmal von der Fairness-Perspektive aus zu betrachten und anzugehen. Uns haben dabei die folgenden Fragen geleitet:

  1. Welches Verhalten bei dem Thema „Pünktlichkeit“ nehmen wir als fair wahr?
  2. Welche Unterschiede beim „Fairness-Verständnis“ der Beteiligten werden hier deutlich?
  3. Auf welchen gemeinsamen Nenner können wir uns verständigen?
  4. Wo wird in den Besprechungen Fairness gelebt?
  5. Wo kommt es zu unfairem Verhalten?
  6. Welche Ursachen führen zu diesen Verhaltensweisen?
  7. Welche Auswirkungen haben die empfundenen unfairen Verhaltensweisen?
  8. Welche „ersten Schritte“ bringen uns auf den Weg zu einem faireren Umgang mit dem Thema „Pünktlichkeit“ bei Besprechungen?
  9. Auf welche Formen der Sanktionierung von unfairem Verhalten können wir uns diesbezüglich einigen?

Am Ende hat der Teamleiter für sich entschieden, mit diesen Fragen ins Team zu gehen und einen Reflexionsprozess anzustoßen. Aus meiner Sicht lässt sich diese Vorgehensweise auch gut auf andere Situationen und Fragestellungen übertragen.

Fairness in der „Flüchtlingskrise“?

Die „Flüchtlingskrise“ ist in vielen Fällen ein Alptraum für die betroffenen Flüchtlinge, sie ist aber auch – bitte nicht falsch verstehen – eine Chance für uns. Denn sie zwingt uns geradezu eine Entscheidung auf: Wie positionieren wir uns zu der Flüchtlingsfrage? Wie beziehen wir Stellung? Was heißt z.B. Fairness im Zusammenhang mit dieser Herausforderung?

Ich gehe in diesem Blog – wie zu Beginn beschrieben –  von dem folgenden Fairnessverständnis aus: „Fairness ist eine innere Haltung (Einstellung) sowie das entsprechende eigene Handeln. Eine faire Einstellung und faires Handeln streben nach einer ausbalancierten Rücksichtnahme, d.h. der gerechten Berücksichtigung der Interessen aller Betroffenen.“

Bezogen auf die Flüchtlingsfrage ergibt sich für uns demnach die Notwendigkeit, Antworten zu geben auf Fragen wie diese:

Was bedeutet „ausbalancierte Rücksichtnahme“ und „gerechte Berücksichtigung der Interessen aller Betroffenen“?

Im Rahmen eines solchen Blog-Eintrages Antworten zu formulieren fällt mir schwer, ich möchte aber gerne konkrete Fragen als Hilfestellung einbringen:

  • Welchen konkreten Beitrag habe ich dafür geleistet, dass ich in Europa, z.B. in Deutschland, zur Welt gekommen bin?
  • Welche Verantwortung habe ich als Mensch in Europa, wenn es um die konkreten Fluchtursachen geht?

Aus meiner Sicht ist es ein Gebot der Fairness, sich mit diesen Fragen ehrlich auseinanderzusetzen.

Sich diesen Fragen nicht zu stellen und nicht Position zu beziehen, ist übrigens auch eine Form der Stellungnahme. Denn Fairness zeigt sich nicht nur im Denken, sondern letztlich erst im Handeln. Schweigen oder „Nichts tun“ ist auch Handeln, es bedeutet das Akzeptieren des Status Quo. Wer schweigt und/oder Nichts tut, wird damit zum „Mittäter der Unfairness“, denn es fehlt das für Fairness notwendige „streben nach einer ausbalancierten Rücksichtnahme“.

Die Flüchtlingskrise ist in meinen Augen deshalb insbesondere auch eine Fairnesskrise.

Und was können wir tun?  Ist „darüber nachdenken“ nicht letztlich auch „Nichtstun“ wenn dann keine Handlung erfolgt?