„Ungerechtigkeit wird weitergegeben“: Der Teufelskreis unfairen Verhaltens

Eine neue Studie zeigt: Menschen, die sich unfair behandelt fühlen, verhalten sich anschließend selbst unfair, und zwar auch gegenüber Unbeteiligten. Es entsteht so ein Teufelskreis sich gegenseitig verstärkender Unfairness. (Quelle: https://www.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/036-2016)

Forscher der Universitäten Bonn und Lübeck fanden heraus, dass die durch Unfairness entstehende Wut und Aggression häufig in Form von eigener Unfairness gegenüber Dritten weitergegeben wird.
Ungerechtigkeit verursacht demnach weitere Ungerechtigkeiten. Der Volksmund hat also nur zum Teil recht: „Wie Du mir, so ich Dir“ muss ergänzt werden:
„Wie Du mir, so ich Dir … und Anderen auch noch.“

Den Teufelskreis unfairen Verhaltens durchbrechen
Die Wissenschaftler haben dann nach Ansätzen gesucht, wie die Verkettung von Ungerechtigkeit durchbrochen werden kann. Im Ergebnis zeigte sich, dass eine schriftliche Beschwerde z.B. per Email einen deutlich positiven Effekt hat. „Die schriftliche Beschwerde schnitt bei der Bewältigung der negativen Emotionen am besten ab“. Die Emotionen der Probanden beruhigten sich deutlich und sie verhielten sich anschließend fairer gegenüber Dritten. Die Wissenschaftler werten die Auseinandersetzung in schriftlicher Form deshalb als ein geeignetes Mittel, „die Kette der Ungerechtigkeiten durch Herabregulierung der emotionalen Aufladung zu stoppen.“

Aus meiner Sicht stellt sich hier z.B. für Unternehmen die Frage, wie dies im Alltag umgesetzt werden kann.

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Die Fairness-Stiftung gGmbH in Frankfurt

Die Fairness-Stiftung ist ein zentraler und kompetenter Ort in Deutschland für alle Fragen rund um das Thema „Fairness“. Die gemeinnützige GmbH wurde im Mai 2000 gegründet und ist Mitglied im Bundesverband deutscher Stiftungen. Gründer und geschäftsführender Direktor der Fairness-Stiftung ist Dr. Norbert Copray. Das Team der Stiftung besteht aus der Geschäftsstelle in Frankfurt sowie Coaches, Trainern und ehrenamtlichen Beraterinnen und Beratern. Ein Kuratorium begleitet die Arbeit der Stiftung im Geist der Fairness-Charta.
Die Fairness-Stiftung bringt wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Konzepte, Instrumente und Methoden zusammen. Ihre Aufgabenfelder sind u.a. Öffentlichkeitsarbeit und Information; Beratung von Unternehmen und Organisationen sowie Training und Coaching von Führungskräften und Einzelpersonen.
Einmal im Jahr vergibt die Fairness-Stiftung den Preis „Deutscher Fairness-Preis“ sowie den „Fairness-Initiativ-Preis“ und veranstaltet das „Internationale Fairness-Forum“.
Die Webseite der Fairness-Stiftung ist eine echte Fundgrube zu dem Thema Fairness: http://www.fairness-stiftung.de

 

„Gutmensch“ als Unwort des Jahres 2015

Ich muss gestehen: ich habe mich über die diesjährige Wahl des „Unworts des Jahres“ gefreut und ich stimme der Begründung der Jury ausdrücklich zu: „Mit dem Vorwurf „Gutmensch“, „Gutbürger“ oder „Gutmenschentum“ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert.
Gerade auch im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise wird dieses „Unwort“ immer wieder genutzt. Beispiel: „Spiegel-Online vom 12.01.2016: „Osteuropäer verhöhnen „politische Korrektheit“ der Deutschen … und sprechen von der „Subkultur der Gutmenschen“.
Ich habe mich schon oft gefragt, wie es sein kann, dass das Bestreben, „ein guter Mensch“ sein zu wollen, ins Lächerliche gezogen wird. Vielleicht liegt hier eine Erklärung: Ist die Nutzung dieses „Unworts“, dieser Diffamierung, ein Zeichen von schlechtem Gewissen?

Wie können wir eine faire Zusammenarbeit am Arbeitsplatz bzw. in den Unternehmen fördern?

Die heutige Arbeitswelt ist geprägt von hoher Arbeitsdichte, Zeitdruck, Komplexität und gegenseitigen Abhängigkeiten. Wenn wir ehrlich sind, können wir erkennen: Die meisten Aufgaben lassen sich nicht mehr allein erfüllen, Ziele sind in vielen Fällen nur noch im Team erreichbar.
Gleichzeitig verstärkt sich aber auch ein Individualismus, eine auf sich selbst fokussierte Suche nach dem persönlichen Erfolg. So lautete z.B. eine Postbank-Werbung über Jahre hinweg: … „unterm Strich zähl ich!“
Bei der Betrachtung der Arbeitsprozesse in den Unternehmen und Organisationen wird jedoch immer klarer: Der Einzelkämpfer kommt heutzutage nicht mehr weit, er stößt immer häufiger an seine Grenzen. Er braucht Zusammenarbeit, er braucht Kooperation.
Wie aber lassen sich Individualismus und gegenseitige Abhängigkeit unter einen Hut bringen, wie ist eine faire! Balance zwischen „Ich“ und „Wir“ zu erreichen? Aus meiner Sicht ergibt sich hier eine zentrale Herausforderung: in einem wettbewerbsorientierten Umfeld Menschen so zusammenzuführen, dass Persönlichkeit erlaubt ist und Gemeinsamkeit erreicht wird.
Damit dies gelingen kann, müssen in meinen Augen bestimmte Voraussetzungen zur Zusammenarbeit gezielt geschaffen werden. Sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter haben darauf entscheidenden Einfluss. Welche Voraussetzungen sehe ich?
Erforderlich sind eine entsprechende Motivation sowie ein Umfeld mit einer kooperationsförderlichen „Kultur“ ohne Barrieren. Gemeinsame Ziele und der eigentliche Sinn unseres Tuns erzeugen für kooperative Verhaltensweisen eine wichtige Sogwirkung. Zusammenarbeit bedeutet immer auch einen Umgang mit Macht, Werten und inneren Einstellungen. Dieser Umgang lässt sich bewusst mithilfe von Regeln gestalten. Weitere Eckpfeiler für nachhaltige Zusammenarbeit sind Vertrauen sowie die notwendigen Kooperationsfähigkeiten.
In der praktischen Umsetzung bedeutet Zusammenarbeit letztlich vor allem Kommunikation. Aber: Welche Art von Kommunikation fördert Kooperation und Zusammenarbeit? Was zeichnet die „Sprache“ der Zusammenarbeit aus? Welche Kommunikationsformen und -techniken fördern Zusammenarbeit?
Meine Gedanken hierzu habe ich ausführlicher beschrieben in der folgenden Publikation: http://www.ulrichwiek.de/de/newsroom/publikationen/