Fairness in der „Flüchtlingskrise“?

Die „Flüchtlingskrise“ ist in vielen Fällen ein Alptraum für die betroffenen Flüchtlinge, sie ist aber auch – bitte nicht falsch verstehen – eine Chance für uns. Denn sie zwingt uns geradezu eine Entscheidung auf: Wie positionieren wir uns zu der Flüchtlingsfrage? Wie beziehen wir Stellung? Was heißt z.B. Fairness im Zusammenhang mit dieser Herausforderung?

Ich gehe in diesem Blog – wie zu Beginn beschrieben –  von dem folgenden Fairnessverständnis aus: „Fairness ist eine innere Haltung (Einstellung) sowie das entsprechende eigene Handeln. Eine faire Einstellung und faires Handeln streben nach einer ausbalancierten Rücksichtnahme, d.h. der gerechten Berücksichtigung der Interessen aller Betroffenen.“

Bezogen auf die Flüchtlingsfrage ergibt sich für uns demnach die Notwendigkeit, Antworten zu geben auf Fragen wie diese:

Was bedeutet „ausbalancierte Rücksichtnahme“ und „gerechte Berücksichtigung der Interessen aller Betroffenen“?

Im Rahmen eines solchen Blog-Eintrages Antworten zu formulieren fällt mir schwer, ich möchte aber gerne konkrete Fragen als Hilfestellung einbringen:

  • Welchen konkreten Beitrag habe ich dafür geleistet, dass ich in Europa, z.B. in Deutschland, zur Welt gekommen bin?
  • Welche Verantwortung habe ich als Mensch in Europa, wenn es um die konkreten Fluchtursachen geht?

Aus meiner Sicht ist es ein Gebot der Fairness, sich mit diesen Fragen ehrlich auseinanderzusetzen.

Sich diesen Fragen nicht zu stellen und nicht Position zu beziehen, ist übrigens auch eine Form der Stellungnahme. Denn Fairness zeigt sich nicht nur im Denken, sondern letztlich erst im Handeln. Schweigen oder „Nichts tun“ ist auch Handeln, es bedeutet das Akzeptieren des Status Quo. Wer schweigt und/oder Nichts tut, wird damit zum „Mittäter der Unfairness“, denn es fehlt das für Fairness notwendige „streben nach einer ausbalancierten Rücksichtnahme“.

Die Flüchtlingskrise ist in meinen Augen deshalb insbesondere auch eine Fairnesskrise.

Und was können wir tun?  Ist „darüber nachdenken“ nicht letztlich auch „Nichtstun“ wenn dann keine Handlung erfolgt?

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