Was verstehen wir unter Fairness?

Was wir unter Fairness verstehen

Jeder von uns interpretiert Fairness individuell und auch subjektiv. Meist wird etwas im Vergleich mit anderen als fair oder unfair erachtet. Sicher kommt Ihnen das bekannt vor, wie beispielsweise mit Blick auf die Höhe des eigenen Gehalts. Die eigene Vergütung wird als absolutes Ergebnis häufig gar nicht so kritisch gesehen, das passiert eher beim Vergleich mit dem Gehalt des Kollegen, also als ein relatives Ergebnis.

Der Ursprung des Begriffs

Fairness kommt aus dem Englischen und wird meist mit »Gerechtigkeit«, »Anstand« oder »den Regeln entsprechend« übersetzt. »Fair Play« ist ein oft genutzter Begriff im Sport und meint damit ein »anständiges Spiel oder Verhalten« im Sport.

Aus meiner Sicht bedeutet Fairness, nicht nur an sich, sondern auch an andere zu denken. Andere – das sind KollegInnen, KundInnen, LieferantInnen, PartnerInnen, das Unternehmen sowie die Gesellschaft und die Welt als Ganzes. Fairness bedeutet aber auch nicht, immer nachzugeben oder immer die eigenen Interessen zurückzustecken. Fairness bedeutet vielmehr, die Waage zu halten zwischen konsequenter Interessendurchsetzung und Rücksichtnahme, um dadurch Ziele zu erreichen und Erfolg zu haben – aber eben nicht um jeden Preis, denn auch das Wie zählt.

Was lehrt uns die Fairnessforschung für den Berufsalltag?

Im Rahmen der Fairnessforschung haben sich in den letzten 20 Jahren verschiedene Formen von Fairness herauskristallisiert. Genannt werden in diesem Kontext:

  • Ergebnisfairness – Wer bekommt was?
  • Verfahrensfairness – Wie läuft der Prozess ab?
  • Informationsfairness – Wie wird informiert?
  • Interpersonale Fairness – Wie ist der Umgang miteinander?

Experimente zur Fairnessforschung werden seit ein paar Jahren auch neurowissenschaftlich begleitet. So werden die Gehirnaktivitäten von Versuchspersonen während der Experimente unter anderem mithilfe von MRT-Untersuchungen beobachtet.

Ob sich jemand fair verhält, ist stark abhängig vom jeweiligen Umfeld.  Sind Bedingungen gegeben, die Fairness erleichtern oder erschweren? Die Fairnessforschung macht deutlich, dass faires Verhalten dann öfter in Erscheinung tritt, wenn Anreize und Regeln Fairness einfordern und fördern.  Faires Verhalten ist keine Selbstverständlichkeit. Unternehmen und deren Verantwortliche müssen aktiv die Rahmenbedingungen dafür schaffen.

Wir wissen heute auch, dass Fairness häufig strategisch motiviert ist. Wir versprechen uns einen Nutzen, wenn wir uns fair verhalten. So wollen viele Menschen als fair wahrgenommen werden, weil das u. a. ihr Ansehen und ihr soziales Standing stärkt. Wenn wir von anderen als unfair wahrgenommen werden, schadet das unserem Ruf; andere arbeiten dann nicht gerne mit uns zusammen.

Dieser Wunsch nach guter Reputation lässt sich nutzen, um faires Verhalten in Gruppen zu stärken.

Was bedeutet für Sie Fairness?

Teilen Sie uns gerne eigene Erfahrungen mit, stellen Sie Fragen. Bloggen Sie gerne mit!

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